Vorgehen bei Anzeigen

Gewaltopfer haben das Recht, sich zur Anzeigenerstattung von einer Vertrauensperson, zum Beispiel der Schwester oder einer Freundin, begleiten zu lassen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich von einer Beraterin des 24-Stunden Frauennotrufs begleiten zu lassen.

24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien: Telefonnummer: 01 / 71 71 9

  • Auch die Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie und die Gewaltschutzzentren in den anderen Bundesländern bieten Information und Beratung in den Bereichen Gewalt gegen Frauen, häuslicher Gewalt und Stalking an.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass Sie auch von einer Beraterin der Interventionsstelle / des Gewaltschutzzentrums zur Polizei, aber auch zu Gericht und anderen Behörden begleitet werden.

  • Sobald von der Polizei ein Betretungsverbot / Annäherungsverbot ausgesprochen wird, nimmt die Interventionsstelle / ein Gewaltschutzzentrum aktiv Kontakt mit dem Opfer auf. Die zuständige Beraterin fragt dann bei der Klientin nach, ob bereits eine polizeiliche Einvernahme stattgefunden hat. Wenn nicht, besteht in der Regel die Möglichkeit, von einer Beraterin begleitet zu werden.

Worauf ist bei einer Einvernahme besonders zu achten:

  • Schreiben Sie Punkte, die Sie zur Anzeige bringen möchten, stichwortartig auf, damit Sie nichts vergessen!
  • Bringen Sie mögliche Beweise mit (Fotos, E-Mails, Nachrichten, Kleidung, Arztbestätigungen, etc.)!
  • Es ist ratsam, nicht alleine zur Polizei zu gehen → auch eine Vertrauensperson / Zeug*in kann zur Stärkung mitgenommen werden.
  • In der Praxis ist es oft so, dass Gewaltbetroffene sehr schnell einvernommen werden.
  • Die Einvernahme soll natürlich möglichst opferschonend vonstattengehen.
  • Lassen Sie sich nicht „abwimmeln“!
  • Bleiben Sie, so gut es geht, gefasst!
  • Wenn Sie Angst haben, sagen Sie es den Polizeibeamt*innen!
  • Polizeibeamt*innen sind dazu verpflichtet, eine Anzeige aufzunehmen.
  • Sollte die Polizei die Anzeige nicht aufnehmen, schicken Sie eine schriftliche Beschwerde an die Bundespolizeidirektion des jeweiligen Bundeslandes, damit der Fall dort überprüft wird.
  • Lesen Sie die Anzeige gut durch und lassen Sie gegebenenfalls Korrekturen vornehmen, sollten wichtige Details, wie z.B. der Name einer Zeugin, darin nicht aufscheinen.
  • Verlangen Sie von der Polizei, dass die Niederschrift ausgehändigt wird! Denn gerade wenn Frauen alleine zur polizeilichen Einvernahme gehen, kann es passieren, dass die Niederschrift nicht ausgehändigt wird.
  • Formulieren Sie Anliegen als Fragen → Beispiel: Könnte man hier ein Betretungsverbot aussprechen? Könnte man hier eine einstweilige Verfügung aussprechen?

Pin It on Pinterest