Wie können Mütter strategisch bei der Familien- und Jugendgerichtshilfe vorgehen?

Wie können Mütter strategisch bei der Familien- und Jugendgerichtshilfe vorgehen? Welche Werkzeuge können sie der Allmacht der FJGH entgegensetzen?

Mittwoch, 27. April 2022 | 19.00 – 21.00 Uhr

Kostenloses Webinar mit Dr.in Judith Kolb

Wie können Mütter strategisch bei der Familien- und Jugendgerichtshilfe vorgehen? Welche Werkzeuge können sie der Allmacht der FJGH entgegensetzen?

Worum geht es?

Seit dem Kindschaftsrechts-Änderungsgesetz 2013 wurde die Jugend- und Familiengerichtshilfe als Hilfsorganisation der österreichischen Gerichte installiert. Im Laufe der letzten Jahre wurde das Echo im Hinblick auf die ausgesprochenen Empfehlungen der Jugend- und Familiengerichtshilfe immer lauter, indem Ängste und Befürchtungen, insbesondere die der Kindesmütter, nicht aufgegriffen werden und die Empfehlungen der Obsorge zum einen und der Ausübung der persönlichen Kontakte zum anderen, als tendenziös gewertet werden.

Die Jugend- und Familiengerichtshilfe wird entweder mit einem Clearingbericht und/oder mit einer fachlichen Stellungnahme beauftragt. Bereits die Beauftragung durch das zuständige Pflegschaftsgericht ist mangels Transparenz – im Gegensatz zu einem Gutachtensauftrag – nicht überprüfbar. Auch der Umstand, dass die durchgeführten Explorationsgespräche und Interaktionenbeobachtungen nicht aufgezeichnet werden, sondern nur in einem Resümee-Protokoll festgehalten werden, tragen weiters zur Intransparenz bei. Wie sich die Empfehlungen zusammensetzen, aufgrund welcher psychologischer Erwägungen etc., ist dem Inhalt einer fachlichen Stellungnahme nicht zu entnehmen.

Im Rahmen der Vertretung stellt sich überwiegend die Konstellation ein, dass fachliche Stellungnahmen der Jugend- und Familiengerichtshilfe nicht erörtert werden können, dass Fragen an die zuständigen Bearbeiter*innen nicht gestellt werden können und dass es kaum Möglichkeiten gibt über die Empfehlungen zu diskutieren. Das Pflegschaftsgericht folgt den Empfehlungen der Jugend- und Familiengerichtshilfe üblicherweise.

Der Workshop will folgende Fragen der Mütter beantworten:

  1. Was ist die gesetzliche Grundlage der Jugend- und Familiengerichtshilfe?
  1. Was ist der Aufgabenbereich der Jugend- und Familiengerichtshilfe?
  1. Wie ist der Ablauf der Explorationsgesprächen bzw. der Interaktionsbeobachtungen bei der Jugend- und Familiengerichtshilfe?
  1. Was sind die von den Müttern rückgeäußerte Problemstellungen der Jugend- und Familiengerichtshilfe?
  1. Wie soll der Umgang mit den zuständigen Bearbeiter*innen erfolgen?
  1. Besteht Mitwirkungspflicht seitens der Mutter und der Kind(er)?
  1. Darf eine Vertrauensperson zu den Explorationsgesprächen und dem Clearing mitgenommen werden?
  1. Dr.in Judith Kolb berichtet von zahlreiche Praxiserfahrungen, insbesonders durch persönliche Teilnahme an Explorationsgesprächen, bei der Jugend- und Familiengerichtshilfe.
  1. Abschließende Diskussionsrunde

Die Vortragende:

Dr.inJudith Kolb, Anwältin in Graz.Sie ist seit 2013 Rechtsanwältin und seit 2015 Partnerin in der Kanzlei Stipanitz – Schreiner & Partner in Graz. Ihr beruflicher Schwerpunkt liegt im Familienrecht und umfasst Ehescheidungen, Obsorge, Unterhalt für Kinder und Ehegatten, sowie auch das Aufteilungsverfahren. Eine transparente und sorgfältige Arbeitsweise ist für sie der Grundstein um auf die Bedürfnisse ihrer Klient*innen eingehen zu können.

Familiengerichtshilfe: Die Allmacht im Obsorgeverfahren

Die Familiengerichtshilfe ist der Big Player bei Gericht: Sie hilft, Konflikte zu vermeiden, kann aber auch zur unkontrollierbaren Allmacht werden
Von Carmen Thornton im Der Standard:
https://www.derstandard.at/story/2000120067743/familiengerichtshilfe-die-allmacht-im-obsorgeverfahren

Familiengerichtshilfe: Wo sind denn die „neutralen Helfer“?

Die seit 2014 agierende Familiengerichtshilfe funktioniert nicht wirklich.
von Margreth Tews, Die Presse:
https://www.diepresse.com/5364599/familiengerichtshilfe-wo-sind-denn-die-bdquoneutralen-helferldquo

Konsolidierter Erlass zur Familiengerichtshilfe vom 11. Mai 2018

https://verein-fema.at/wp-content/uploads/2022/04/ERL_BMVRDJ_20180511_BMVRDJ_Pr319_00_0026_III_4_2018.pdf

Der Sachverständigenbeweis im österreichischen Zivilprozess

Martin Spitzer, WU Wien

https://verein-fema.at/wp-content/uploads/2022/04/spitzer__ZZP_2018_01.pdf
ab S. 35/  letzter Teil / Beitrag zur rechtlichen Situation der FGH.

WAU! Ein MuseumsHundgang

Wann: Samstag, 16. April um 15 Uhr
Wo: Volkskundemuseum, Laudongasse 15 – 19, 1080 Wien

Leider müssen wir diese Veranstaltung absagen – wir holen sie aber zu einem späteren Zeitpunkt nach.

Kosten für die Führung: EUR 4,00 pro Kind, EUR 4,00 pro Mutter 

Worum geht es:

Lerne Justin, unseren freundlichen Museum-Therapiehund kennen und erfahre Spannendes über Hundehaltung einst und jetzt. Welche Aufgaben erfüllten und erfüllen diese intelligenten Vierbeiner? Außerdem sprechen wir über den tanzenden Hund im mechanischen Welttheater und weitere “hundeaffine” Objekte.

Danach, wer will: Gemütliches Beisammensein im Museums-Cafè Hildebrandt zum Kennenlernen und  Netzwerken mit FEM.A Obfrau Andrea Czak.

Wer keinen Platz mehr bei der Kinderführung bekommen hat, kann danach um ca. 16 Uhr ins Museumscafè zum Netzwerktreffen kommen. Wir freuen uns auf Dich! Auch hier bitte Anmeldung unter event@verein-fema.at, damit wir einen Platz für Dich im Cafè reservieren können.

Wie Gerichtsverfahren zu Obsorge und Kontaktrecht funktionieren

Mütter vor Gericht. Wie Gerichtsverfahren zu Obsorge und Kontaktrecht funktionieren. Tipps & Tricks aus der Praxis.

Dienstag, 19. April 2022 | 19 – 21 Uhr

Kostenloses Webinar mit Mag.a Susanne Wunderer

Worum geht es?

Die Trennung vom Vater des gemeinsamen Kindes, stellt für jede Mutter eine Herausforderung dar. Auf dem Weg dazu, das Leben wieder zu ordnen und auf neue Beine zu stellen, fängt aber für viele Mütter der Kampf mit dem Vater an diesem Punkt erst so richtig an. Denn wenn sie sich mit ihm nicht darüber einigen können, wo das Kind wohnen soll, und wann es wie viel Zeit beim Vater verbringen soll, wird das Pflegschaftsgericht involviert. Dort entsteht dann oftmals ein zermürbender Streit, in den immer mehr Institutionen (Familiengerichtshilfe, Kinderbeistand, Elternberatung, Besuchsbegleitung, Kinder- und Jugendamt, Sachverständige, etc.) involviert werden, und im Zuge dessen sich bei vielen Müttern mehr und mehr das Gefühl einstellt, sie müssten hilflos zusehen, wie das Wohl ihrer Kinder mit Füßen getreten wird.

In dem Webinar hörst du, wie ein typischer Fall abläuft, welche Institutionen welche Aufgaben und Rechte haben, was ein Anwalt / eine Anwältin leisten kann und was nicht, wie man den Spagat Lebens- und Gerichtsrealität schafft und wie man selbst und die Kinder dabei nicht unter die Räder kommen.

Vortragende:

Mag.a Susanne Wunderer hat an der WU Wien studiert und ist alleinerziehende Mutter einer Tochter. Da sie selbst früh mit einem Pflegschaftsverfahren konfrontiert war, hat sie vor einigen Jahren eine Selbsthilfegruppe gegründet, um Unterstützung durch den Austausch mit anderen betroffenen Müttern bieten zu können. Die lange und intensive Beschäftigung mit Pflegschaftsverfahren hat sie zur Expertin werden lassen. Seit einem Jahr ist sie Vorstandsmitglied bei FEM.A, wo sie sich um alles Rechtliche und die Interessensvertretung von Alleinerzieher*innen kümmert. Sie betreut täglich das FEM.A-Telefon und kann aus vielen, vielen Praxis-Fällen, die sie täglich aus ganz Österreich hört, berichten.

Worauf sich Mütter bei einem familiengerichtlichen Gutachten einstellen müssen

Wie Mütter argumentativ richtig vorgehen, wenn eine Gutachterin vom Familiengericht bestellt wird.

Wie werden meine Argumente bezüglich Gewalt in der Elternbeziehung ausreichend gehört? Wie kann ich richtig argumentieren, wenn Kinder der Gewalt gegenüber der Mutter beigewohnt haben?

Dienstag, 22. März 2022 | 18 – 20 Uhr
Kostenloses Webinar mit der Klinischen und Gesundheitspsychologin Mag.a Maria Eberstaller


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Worum geht es?

Im Webinar wird Frau Mag.a Maria Eberstaller den Ablauf eines gerichtlichen Gutachtens erläutern und was es mit Konstrukten wie der Erziehungsfähigkeit, Bindungstoleranz, Kooperationsbereitschaft, ect. auf sich hat. Wir wollen uns auch der Frage widmen, wie man erlebte Partnerschaftsgewalt in ein Gutachten einbringen kann und worauf es dabei ankommt. Ein wichtiger Teil des Gutachtens ist die Kinderdiagnostik. Welche Verfahren gibt es dazu und ab welchem Alter werden diese angewendet? Wann wird eine Interaktionsbeobachtung stattfinden und wie wird der Kindeswille dabei erörtert? Das Webinar soll Raum für Deine Fragen bieten. 

Die Vortragende

Mag.a Maria Eberstaller
Klinische und Gesundheitspsychologin

Die Klinische- und Gesundheitspsychologin Mag.a Maria Eberstaller ist 53 Jahre alt. Sie ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Nach ihrer Ausbildung hat sie als Hortpädagogin zu arbeiten begonnen und vier Jahre eine Gruppe geleitet. Danach erst kam der Entschluss zum Studium der Psychologie. Die Freude an der Arbeit mit Kindern ist geblieben. Die Tätigkeit als Sachverständige hat sie in den Bereich der Obsorge und Familienrecht geführt. Seit einigen Jahren wird sie immer öfter von Müttern und Vätern aufgesucht, die Sorge haben, dass es ihrem Kind im Obsorgestreit nicht gut geht. Sie begleitet diese Familien als Psychotherapeutin, schreibt aber auch Befunde und Stellungnahmen, um darzulegen, wie es dem Kind in seiner Situation geht. Sie hält dies für sehr wichtig, weil meist der Blick auf das Kind in den Obsorgeverfahren verloren geht. 

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Wie kann ich mein Kind während der Trennung bestmöglich begleiten

Was Kinder getrennter Eltern brauchen

Samstag, 19. März 2022 | 10 – 12 Uhr
Kostenloses Webinar zum Mitmachen mit der Erziehungsberaterin Isabella Wuthe


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Worum geht es?

Eine Trennung der Eltern stellt für die meisten Kinder eine Veränderung und höchstwahrscheinlich eine Belastung dar, weil sie unmittelbar betroffen sind. Wohnsituation, Alltagsroutine, Bezugspersonen, Freunde können sich schlagartig verändern und viele Fragen, sowie emotionale Verunsicherungen entstehen. Trotzdem ist es für Kinder möglich, solche Erfahrungen konstruktiv und ohne traumatische Langzeitfolgen zu verarbeiten, sowie weiterhin glücklich zu bleiben. Wie Eltern ihr Kind dabei bildungstolerant und authentisch begleiten können, wird in diesem Online-Workshop gemeinsam mit Elternberaterin Isabella Wuthe erarbeitet. Gerne kannst du deine eigenen Erfahrungen und Fragestellungen einbringen. 

Die Vortragende

Mag.a Isabella Wuthe, MAS
Elternberaterin, psychologische Beraterin, Coach, Kommunikations-Trainerin

Die Kommunikations-Expertin berät u. a. Eltern in der Trennungsphase. Seit 10 Jahren ist sie als Trainerin, systemischer Coach, psychologische Beraterin und Mediatorin in Graz und Wien selbständig tätig. Weitere Infos unter http://www.setzdiesegel.at .

Schwerpunkte: Elternberatung nach §95 Außstrg., Familienmediation, psychologische Beratung in schwierigen Lebenssituationen

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Wie die Obsorge, das Kontaktrecht und die Sicherheit von Frauen und Kindern theoretisch durch die Istanbul Konvention geschützt wären

Die Istanbul-Konvention im Familienrecht zwischen Theorie und Praxis

Dienstag, 15. März 2022 | 19 – 21 Uhr
Kostenloses Webinar mit der Rechtsanwältin Mag.a Sonja Aziz
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Worum geht es?

Österreich nimmt im Rahmen seiner Gewaltschutzgesetze eine internationale Vorreiterrolle ein, dennoch gibt es nach wie vor Lücken und Rechtschutzdefizite in der Umsetzung. Strafverfahren wegen häuslicher Gewalt werden vorschnell von der Staatsanwaltschaft eingestellt, die Verurteilungsquote ist nach wie vor niedrig. In Pflegschaftsverfahren bleibt das Erleben bzw. Miterleben von Gewalt weitgehend unberücksichtigt. Dabei ist wissenschaftlich belegt, dass auch miterlebte Gewalt Kinder traumatisieren kann. Gemeinsame Obsorge gilt in der derzeitigen Rechtsprechung der Gerichte in allen Instanzen als Regelfall und wird seitens der Gerichte trotz Gewalt und im Widerspruch zu den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen, wie § 138 ABGB betreffend die Kriterien des Kindeswohls, angeordnet.

Mit der Ratifizierung der Istanbul Konvention hat sich Österreich zur umfassenden Bekämpfung aller Formen von Gewalt an Frauen sowie zur Umsetzung geeigneter Maßnahmen verpflichtet. Die Konvention umfasst alle Formen von Gewalt gegen Frauen. Auch psychische Gewalt ist davon umfasst und muss bei Entscheidungen über das Kontaktrecht und die Obsorge berücksichtigt werden. Diese dürfen die Rechte und die Sicherheit des Opfers oder der Kinder nicht gefährden.

Gewaltschutz von Frauen und Kindern muss nachdrücklich und verlässlich im Familienrecht verankert und von den Familiengerichten berücksichtigt werden. Der Gewaltschutz darf durch das Kontaktrecht des Vaters nicht ausgehebelt werden. Welche Rechte die Istanbul Konvention konkret vorsieht und welche Maßnahmen es noch umzusetzen gilt, erfahren Sie in diesem Webinar. 

Anschließende Diskussionsmöglichkeit.

Die Vortragende

Sonja Aziz ist Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Familienrecht und juristische Prozessbegleitung (Vertretung von Opfern im Strafverfahren). Neben ihrer anwaltlichen Tätigkeit publiziert und hält sie Vorträge und Fortbildungen zum Thema Gewalt gegen Frauen sowie familienrechtlichen Fragestellungen. Sie engagiert sich ehrenamtlich im Verein Allianz GewaltFREI Leben, war Mitglied der Task Force Strafrecht, Opferschutz & Täterarbeit sowie des par­la­men­tarischen Dialogs “Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen” und beriet das Frauen*volksbegehren hinsichtlich der Gewaltschutzforderung. Seit 2020 arbeitet sie intensiv mit dem Verein Feministische Alleinerzieherinnen – FEM.A zusammen.

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Quellen:

Artikel 31 – Sorgerecht, Besuchsrecht und Sicherheit der Istanbul Konvention:

  1. Die Vertragsparteien treffen die erforderlichen gesetzgeberischen oder sonstigen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass in den Geltungsbereich dieses Übereinkommens fallende gewalttätige Vorfälle bei Entscheidungen über das Besuchs- und Sorgerechtbetreffend Kinder berücksichtigt werden.
  2. Die Vertragsparteien treffen die erforderlichen gesetzgeberischen oder sonstigen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die Ausübung des Besuchs- oder Sorgerechts nicht die Rechte und die Sicherheit des Opfers oder der Kinder gefährdet.
    file:///C:/Users/Startklar/Downloads/EuR-Konvention_Gewalt_gegen_Frauen%20(3).pdf

§ 138 ABGB Kindeswohl
https://www.jusline.at/gesetz/abgb/paragraf/138

In allen das minderjährige Kind betreffenden Angelegenheiten, insbesondere der Obsorge und der persönlichen Kontakte, ist das Wohl des Kindes (Kindeswohl) als leitender Gesichtspunkt zu berücksichtigen und bestmöglich zu gewährleisten. Wichtige Kriterien bei der Beurteilung des Kindeswohls sind insbesondere

  1. eine angemessene Versorgung, insbesondere mit Nahrung, medizinischer und sanitärer Betreuung und Wohnraum, sowie eine sorgfältige Erziehung des Kindes;
  2. die Fürsorge, Geborgenheit und der Schutz der körperlichen und seelischen Integrität des Kindes;              
  3. die Wertschätzung und Akzeptanz des Kindes durch die Eltern;
  4. die Förderung der Anlagen, Fähigkeiten, Neigungen und Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes;
  5. die Berücksichtigung der Meinung des Kindes in Abhängigkeit von dessen Verständnis und der Fähigkeit zur Meinungsbildung;
  6. die Vermeidung der Beeinträchtigung, die das Kind durch die Um- und Durchsetzung einer Maßnahme gegen seinen Willen erleiden könnte;
  7. die Vermeidung der Gefahr für das Kind, Übergriffe oder Gewalt selbst zu erleiden oder an wichtigen Bezugspersonen mitzuerleben;
  8. die Vermeidung der Gefahr für das Kind, rechtswidrig verbracht oder zurückgehalten zu werden oder sonst zu Schaden zu kommen;
  9. verlässliche Kontakte des Kindes zu beiden Elternteilen und wichtigen Bezugspersonen sowie sichere Bindungen des Kindes zu diesen Personen;
  10. die Vermeidung von Loyalitätskonflikten und Schuldgefühlen des Kindes;
  11. die Wahrung der Rechte, Ansprüche und Interessen des Kindes sowie
  12. die Lebensverhältnisse des Kindes, seiner Eltern und seiner sonstigen Umgebung.

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