Einladung zur Online-Pressekonferenz

 Wann: 16. Dezember 2020, 9.00 Uhr via Zoom

Alleinerzieherinnen: 15 Stunden-Arbeitstag und jede 2. armutsgefährdet

Wien, 10.12.2020. 15 Stunden arbeiten Alleinerzieherinnen in der Corona-Krise täglich. Trotzdem ist von ihnen jede zweite Mutter inzwischen armutsgefährdet. Die Lage der Ein-Eltern-Familien in Österreich verschlechtert sich weiter dramatisch. Neben dem Leid der Alleinerzieherinnen, die bisher keine staatliche Unterstützung aus dem Corona-Fördertopf bekommen haben, geht das vor allem auf Kosten der Kinder. Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings: „Für Alleinerzieherinnen wird die Lage durch das Zurückdrängen in den häuslichen Bereich immer prekärer, die Existenzsorgen steigen durch Kurzarbeit oder die durch Arbeitslosigkeit verursachten psychischen und physischen Belastungen. Durch die Schließung von Schulen und öffentlichen Betreuungseinrichtungen sind Alleinerzieherinnen die absoluten Verliererinnen der Krise.“

Aktuelle Studie zeigt: Alleinerzieherinnen arbeiten noch mehr und werden immer ärmer
„Aktuelle Studien der WU und der AK zeigen, dass Mütter, die ihre Erwerbsarbeitszeiten während des Lockdowns zurückgeschraubt haben, rund 4000 Euro Einkommen verloren haben. Die unbezahlte Arbeit in Stunden bewertet, entspricht ziemlich genau dem Wert der unbezahlten Arbeit, die sie zu Hause mehr geleistet haben“, so Andrea Czak, Obfrau des Vereins Feministische Alleinerzieherinnen. Es gibt keinen Passus im Kontaktrecht, der besagt, dass ein Vater sein Kind betreuen muss. Das Unterhaltsrecht sieht keine Möglichkeit der finanziellen Ersatzleistung für nicht geleistete Care-Arbeit vor. Alles, was Väter nicht machen, müssen Mütter unbezahlt übernehmen.

Schikanen seitens gewalttätiger Partner durch Obsorge-Regelungen und Besuchskontakte

Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins AÖF: „Neben den existenziellen Zukunftsängsten kämpfen viele mit Schikanen seitens des gewalttätigen Partners in Verbindung mit Obsorge-Regelungen und Besuchskontakten. Es gibt Väter, die sich nicht an die vereinbarten Besuchskontakte halten, andere drohen, die Kinder nicht mehr zurückzubringen oder den Kindesunterhalt einzustellen oder reduzieren zu wollen. Die betroffenen Frauen fühlen sich von den Behörden im Stich gelassen. Die finanziellen Sorgen steigen, weil sie oft auf die staatlichen Kindesunterhaltsvorschüsse warten, die nicht oder lange nicht ausbezahlt werden.“

Die negativen Folgen werden noch lange nachwirken! Die Regierung muss handeln, damit Alleinerzieherinnen von heute nicht noch mehr die Armen von morgen werden, als sie es jetzt schon sind.

Der Verein Feministische Alleinerzieherinnen lädt zur Zoom-Pressekonferenz ein, um auf die Situation der österreichischen Alleinerzieherinnen während der Pandemie und das absolute Alleingelassen sein durch die Politik aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit Klaudia Frieben und Maria Rösslhumer wird Andrea Czak Forderungen an die Regierung stellen, damit die Lage der Alleinerzieherinnen endlich verbessert wird.

Ihre Gesprächspartnerinnen:

 

  • Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings
  • a Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser
  • Andrea Czak, MA, Obfrau des Vereins Feministische Alleinerzieherinnen (FEM.A)

Link zur Zoom-Pressekonferenz:
https://us02web.zoom.us/j/87259675352?pwd=SUVPbmd6M1BTSDNNcGRvNHFINW9MQT09

Meeting-ID: 872 5967 5352
Kenncode: 182176

Rückfragen & Kontakt:

Andrea Czak, MA, Verein Feministische Alleinerzieherinnen (FEM.A), office@verein-fema.at,
verein-fema.at

Mag.a Maria Rösslhumer, AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, maria.roesslhumer@aoef.at, Tel. 0664 793 07 89, www.aoef.at

Mit Unterstützung durch:

gefördert durch den Frauenservice Wien

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