Am Montag lud Dunja Mijatović, Kommissarin für Menschenrechte des Europarats, Frauenorganisationen zum Austausch – Anlass war das Monitoring der Menschenrechtslage in Österreich. Im Zentrum des intensiven Dialogs standen Fragen zu Gewalt an Frauen, dem Gender Pay Gap, systemrelevanten Berufen und dem Zugang zum Gesundheitssystem. Der Österreichische Frauenring zeigt sich angesichts der Einladung geehrt und pocht auf eine engagierte Gleichstellungspolitik in Österreich.

„Die aktuelle Belastung der Frauen gibt großen Anlass zur Sorge. Frauenrechte sind Menschenrechte und betreffen uns alle. Wir appellieren an das neue Regierungsteam, NGOs und Expertinnen in eine konstruktive, längst überfällige Strategie zur Gleichstellung der Geschlechter einzubinden – wie im Gesetz vorgesehen“, sagte Christa Kirchmair, stellvertretende Vorsitzende des Frauenrings.

Besonders im Fokus stand die alarmierende Situation in Bezug auf Gewalt an Frauen. Diskutiert wurde etwa die Forderung nach 228 Mio. Euro für den Gewaltschutz in Österreich – nach wie vor bestehen trotz einstiger Vorreiterrolle zahlreiche Lücken. „Es gibt noch viel zu tun, um die Empfehlungen der Istanbul-Konvention umzusetzen, die Österreich 2014 ratifiziert hat und sich somit verpflichtet hat, alles zu tun, um Gewalt an Frauen zu verhindern und gewaltbetroffene Frauen zu schützen und umfassend zu unterstützen“, so Maria Rösslhumer, stellvertretende Vorsitzende des Frauenrings.

Der Frauenring hofft auf Folgegespräche mit Kommissarin Mijatović und bedankt sich für den äußerst konstruktiven Austausch.

„Solange es keine echte Gleichstellung gibt, wird auch das enorme Ausmaß der Gewalt an Frauen nicht reduziert werden können. Präventionsarbeit macht nicht nur menschenrechtlich und frauenrechtlich, sondern auch einfach ökonomisch Sinn“, so Rösslhumer.

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