
Lesen für FEM.A: Onlinelesung „Sorgerecht und väterliche Gewalt“

Lesen für FEM.A: Onlinelesung „Sorgerecht und väterliche Gewalt“
Lesen für FEM.A: Onlinelesung „Sorgerecht und väterliche Gewalt“
Onlinelesung aus dem Buch „Sorgerecht und väterliche Gewalt“ von Ilka Schnaars, gelesen von Andrea Czak | Dienstag, 23. Juni 2026 | 19-21 Uhr
Das Buch „Sorgerecht und väterliche Gewalt“ von Ilka Schnaars stellt eine unbequeme, aber notwendige Frage: Was passiert, wenn der Anspruch auf „Gleichwertigkeit“ von Elternschaft dort durchgesetzt wird, wo Gewalt im Spiel ist? Es zeigt anhand rechtlicher Entwicklungen und Entscheidungen rund um das Bundesverfassungsgericht in Deutschland, dass Mütter in Obsorgeverfahren zunehmend strukturellen Benachteiligungen ausgesetzt sind, selbst dann, wenn sie und ihre Kinder von Gewalt betroffen sind. In Österreich ist die Situation sehr ähnlich.
Im Zentrum steht eine fundamentale Kritik, dass die rechtliche Gleichstellung von Mutter und Vater oft als neutral dargestellt wird, aber in der Praxis dazu führen kann, dass Gewaltverhältnisse ausgeblendet oder relativiert werden. Damit wird nicht nur individuelles Leid unsichtbar gemacht, sondern auch eine Form struktureller und institutioneller Gewalt reproduziert. Diese Perspektive knüpft an feministische Analysen an, wie sie etwa von Mariam Tazi-Preve formuliert werden. Sie zeigt auf, dass Familie kein neutraler Raum ist, sondern ein politischer Ort, an dem Machtverhältnisse wirken. Gewalt gegen Frauen und Kinder ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Strukturen und muss auch als solcher benannt werden.
Aus dieser Sicht wird deutlich, wenn Institutionen wie Familiengerichte, Gutachter*innen, Mitarbeiter*innen von Familiengerichtshilfe und Kinder- und Jugendhilfe Gewalt nicht konsequent als Machtverhältnis erkennen, sondern in „Konflikte zwischen Eltern“ übersetzen, verschiebt sich die Verantwortung. Betroffene Mütter müssen sich rechtfertigen, während Gewalt entpolitisiert wird. Auch aktuelle Analysen zeigen, dass Mütter vor Gericht zunehmend unter Druck geraten und häufiger die Obsorge verlieren, während ihre Aussagen über erlebte Gewalt infrage gestellt werden.
Rezensionen:
- https://www.mariamtazi-preve.com/deutsch/publikationen/rezensionen/
- www.christel-goettert-verlag.de/portfolio-beitraege/fema2026-04/?portfolioCats=726
Andrea Czak, MA, ist Gründerin und geschäftsführende Obfrau des Vereins Feministische Alleinerzieherinnen – FEM.A. Seit der Gründung 2019 setzt der Verein sich für die Rechte von Alleinerzieherinnen in Österreich ein, mit Fokus auf Gewaltschutz, finanzielle Absicherung und die Sichtbarkeit von Ein-Eltern-Familien, von denen rund 94 % Frauen sind.
Czak bringt ihre Expertise in Pflegschafts- und Unterhaltsverfahren sowie der Umsetzung der Istanbul-Konvention sowohl in die direkte Unterstützung Betroffener als auch in nationale und internationale politische Prozesse ein. Sie leitet die FEM.A-Helpline, moderiert Fachwebinare und arbeitet eng mit Ministerien, Fachstellen und Netzwerken zusammen.
Unter ihrer Leitung hat sich FEM.A zu einer zentralen Anlaufstelle entwickelt, die jährlich tausende Betroffene unterstützt, öffentliche Kampagnen und Fachformate organisiert und auf strukturelle Missstände aufmerksam macht. Czak engagiert sich außerdem in Projekten wie „Wir für Kinderrechte“ und „Stoppt institutionelle Gewalt“ sowie in Netzwerken wie dem Österreichischen Frauenring und der Allianz GewaltFREI leben, um die Perspektiven von Alleinerzieherinnen in politische Entscheidungsprozesse einzubringen.
Warum der Großteil unserer Angebote Frauen* und weiblich gelesenen Personen vorbehalten ist
Der Großteil unserer Webinare und Seminare richtet sich an Frauen* und weiblich gelesene Personen, um einen geschützten Raum zu schaffen. Viele Teilnehmerinnen* sind von Gewalt betroffen oder haben diese erlebt, in der Regel Männergewalt. In diesem sensiblen Kontext ist es wichtig, sich sicher austauschen zu können, ohne Angst vor Bewertung oder Rechtfertigungsdruck.
Diese Vorgehensweise versteht sich ausdrücklich nicht als Ausschluss von Männern, sondern als Beitrag zum Gewaltschutz und zur Stärkung von Betroffenen.
Unser Fördergeber, das Sozialministerium, unterstützt uns in dieser Haltung.
Hast Du schon vorab Fragen oder kannst Du beim Webinar nicht dabei sein? Interessiert Dich ein Aspekt besonders? Dann schicke uns gerne eine E-Mail an event@verein-fema.at unter der Angabe des Namens des Webinars. Wir leiten Deine Frage an die Vortragende weiter und beantworten sie nach Möglichkeit im Webinar.
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