Tag der finanziellen Selbstbestimmung der Frau

Tag der finanziellen Selbstbestimmung der Frau

Die Gründerin des Vereins „Damensache“, Dr.in Marietta Babos, hat den „Tag der finanziellen Selbstbestimmung der Frau“ 2019 ins Leben gerufen. Sie wollte damit erreichen, dass „sich Frauen zumindest einmal im Jahr mit ihren Finanzen aktiv und bewusst auseinandersetzen“.

Frauen in Österreich verdienen im Schnitt 17,6 % weniger pro Stunde als Männer. Österreich ist damit klar über dem EU-Schnitt von 11,1 %. Für Haushalte mit einem Elternteil ist die Lage noch härter: 2024 waren 36 % armutsgefährdet. Finanzielle Selbstbestimmung ist ein Frauenrecht. Sie bedeutet finanzielle Gerechtigkeit, zum Beispiel Lohngerechtigkeit und Pensionsgerechtigkeit sowie Machtverteilung. Finanziell selbst bestimmen zu können heißt, selbst entscheiden zu können, eine Erwerbsarbeit aufnehmen zu können, fair entlohnt zu werden, selbst finanziell vorsorgen zu können, die Ausgaben selbst bestimmen zu können und sich Finanzwissen aneignen zu können.

Patriarchale Systeme, wie etwa das österreichische Pensionssystem, benachteiligen Frauen, insbesondere Mütter, weil die unbezahlte Care-Arbeit nicht oder nur zu einem geringen Teil in das Pensionsguthaben einfließen. Dabei baut das Pensionssystem durch den Generationenvertag auf der unbezahlten Care-Arbeit auf! Oder auch das Unterhaltsrecht: Mütter tragen das finanzielle Hauptrisiko einer Trennung, da es meist sie sind, die in einer aufrechten Beziehung statt Erwerbsarbeit unbezahlte Care-Arbeit leisten.

Finanzielle Unabhängigkeit ist einer der Grundpfeiler im Gewaltschutz: Wer es sich nicht leisten kann, zu gehen, bleibt oft in einer Gewaltbeziehung. Dabei ist finanzielle Gewalt gegen Frauen oft eines der Mittel der Wahl von gewalttätigen Männern: Sie kontrollieren, was die Frau ausgibt oder welche Einnahmequellen sie sich schaffen will. Nach der Trennung wird auf Alleinerzieher*innen oft finanzielle Gewalt in Form der Vorenthaltung von Unterhalt ausgeübt. Viele Mütter berichten in dem Fall von großen Existenzängsten.

FEM.A hat deshalb das erste Halbjahr 2026 unter das Motto „Karriere und finanzielle Selbstfürsorge für Alleinerzieher*innen“ gestellt. In insgesamt 24 kostenlosen Webinaren können als Alleinerzieher*innen lernen, wie sie die Existenz ihrer Familie sichern, langfristig Vermögen aufbauen und ihr Einkommen durch schlaue Karriere- Moves aufbessern. Die Aufzeichnungen aller Webinare stehen dauerhaft im Mitgliederbereich zur Verfügung. Außerdem können sich die Frauen bis Ende Juni 2026 in Einzelgesprächen über finanzielle Beihilfen, die ihnen zustehen könnten, beraten lassen.

Hast Du schon vorab Fragen oder kannst Du beim Webinar nicht dabei sein? Interessiert Dich ein Aspekt besonders? Dann schicke uns gerne eine E-Mail an event@verein-fema.at unter der Angabe des Namens des Webinars. Wir leiten Deine Frage an die Vortragende weiter und beantworten sie nach Möglichkeit im Webinar.

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