Rechtsworkshop „Kindesunterhalt“

Montag, 25. Oktober 2021 | 18:00 bis 20:00 Uhr

Das Ehe- und Familienrecht ist vielfältig, wie das Leben selbst. Es kann in einer Rechtsmaterie zu kaum gravierenderen Einschnitten für das eigene weitere Leben kommen als im Familienrecht. Eine Scheidung/Trennung ist meist emotional sehr schwer zu bewältigen, fällt immerhin ein Lebenswerk in sich zusammen und werden gemeinsame Pläne von Partnern zerschlagen, ist es für Betroffene Personen konsequenterweise sehr schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren. Dennoch ist dies von wesentlicher Bedeutung, werden nämlich Fehler gemacht, können diese jahrzehntelange finanzielle Forderungen bedeuten, oder aber man könnte für immer Ansprüche verlieren. In einer solchen Phase ist es meine Aufgabe, einen „kühlen Kopf“ zu bewahren und Ihre Rechte bzw. jene Ihrer Kinder zu verteidigen.

Kinder haben gegenüber ihren Eltern einen Anspruch auf Unterhalt, wenn sie selbst noch nicht selbsterhaltungsfähig sind. Unterhalt bedeutet aber nicht sofort Recht auf Geldzahlung. Primär ist Unterhalt in natura zu leisten, z.B. in Form der Bereitstellung der Wohnung, des Essens, Schulkosten etc. Erst wenn diese Leistungen nicht mehr erbracht werden, ist primär Geldunterhalt zu zahlen. Solange der Kindesunterhalt in natura geschuldet wird, gibt es meist keinen Diskussionsbedarf. Im Falle, dass dieser aufgrund der Aufhebung der häuslichen Gemeinschaft des unterhaltspflichtigen Elternteils und des Kindes in Geld geschuldet wird, ändert sich das Verständnis und der Wille, Unterhalt an das Kind zu bezahlen, sehr oft.

Der Rechtsworkshop „Kindesunterhaltsrecht“ soll Dir wesentliche Fragen, welche sich in einem Kindesunterhaltsverfahren meistens stellen, beantworten:

  • Warum muss überhaupt Kindesunterhalt bezahlt werden und kann ein Elternteil auf diesen verzichten? Welcher alltägliche Bedarf des Kindes ist durch den Kindesunterhalt gedeckt? 
  • Bemessung des Kindesunterhaltes bei selbständig/unselbständig Erwerbstätigkeiten. Was zählt alles zum Einkommen? Der Kindesvater ist beispielsweise Eigentümer eines Zinshauses. Ist dieses bei der Bemessung des Kindesunterhaltes relevant?
  • Der Unterhaltspflichtige äußert des Öfteren, für den Fall der Verpflichtung zur Leistung von Kindesunterhalt, würde er seine Arbeitsstelle kündigen. Ist das möglich? Was wären die Folgen einer solchen Kündigung.
  • Ab wann müssen Abschläge auf den Kindesunterhalt akzeptiert werden.
  • Der unterhaltspflichtige Elternteil reduziert eigenmächtig die Höhe des an das Kind zu leistenden Unterhaltsbetrag. Welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen in einem solchen Fall.
  • Der unterhaltspflichtige Elternteil zahlt keinen Kindesunterhalt, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen in einem solchen Fall (Unterhaltsvorschuss, einstweilige Verfügungen).
  • Gibt es Sonderbedarfskosten, die vom unterhaltspflichtigen Elternteil übernommen werden müssen?
  • Diskussionsrunde.

Vortragende:

Mag.a Rebecca Oberdorfer ist Scheidungsanwältin in der Dr. Helene Klaar und Dr. Norbert Marschall Rechtsanwälte OG. Vorwiegend ist sie im Familienrecht tätig, sohin Scheidungs- Aufteilungs- und Unterhaltsrecht sowie Pflegschaftsrecht, dh. Obsorge- Kontaktrecht sowie Kindesunterhaltsrecht.

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