Wie Schadens­ersatz­an­sprüche gegen­über familien­psycho­logischen Sach­ver­ständigen im Rahmen von Pfleg­schafts­verfahren durch­gesetzt werden können

Online-Vortrag mit anschließender Diskussionsmöglichkeit

Donnerstag, 09. Dezember 2021 | 18:00 bis 20:00 Uhr | Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung notwendig
Anmeldung via Mail an event@verein-fema.at

Worum geht es:

Liegt ein Sachverständigengutachten mit einer klaren Empfehlung vor, ist es in der Praxis trotz Beibringung methodenkritischer Stellungnahmen, trotz umfassender Erörterungen und Aufzeigen von Widersprüchen oder Nichteinhaltung von standardisierten Testverfahren beinahe unmöglich, die ausgesprochene Empfehlung eine*r Familienpsycholog*in zu revidieren.

Manche familienpsychologische Sachverständigen sind für Erörterungen und andere Sichtweisen kaum zugänglich (nicht satisfaktionsfähig). Gerade in Pflegschaftsverfahren können derartige Empfehlungen für Kinder und für Mütter einen massiven Eingriff in die Familienautonomie bedeuten. Gerade wenn ein*e Sachverständige*r empfiehlt, dass sich ein Kind im Haushalt des anderen Elternteiles aufzuhalten hat oder die Entscheidung getroffen wird, dass Kinder in Drittpflege genommen werden sollen, stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit.

Gerade wenn es Anhaltspunkte gibt, dass die Empfehlung auf unvollständigen Testverfahren und auf unrichtigen Schlussfolgerungen der Interpretation von Befundergebnissen betreffend fußt, stellt sich die Frage, inwieweit gegenüber eine*m Sachverständige*n und/oder gegenüber dem Pflegschaftsgericht Schadenersatzansprüche erhoben werden können. Aus diesem Grund möchte die Rechtsanwältin Judith Kolb mit dem  gegenständlichem Rechtsworkshop das Amtshaftungsgesetz zum einen und auch die Voraussetzungen zur Erhebung von Schadensersatzansprüchen gegenüber familienpsychologischen Sachverständigen zum anderen näher beleuchten.

Der Rechtsworkshop soll nachstehendes Wissen vermitteln:

  • Was versteht man unter dem Begriff eine*s Sachverständigen?
  • Wann wird ein*e Sachverständige*r in einem Pflegschaftsverfahren (Obsorge/ Kontaktrechtsverfahren) bestellt?
  • Welche Voraussetzungen müssen vorliegen?
  • Gibt es eine Haftung der*s Sachverständigen nach dem Amtshaftungsgesetz?
  • Welche Voraussetzungen müssen vorliegen, damit ein*e Sachverständige*r haftbar gemacht werden kann?
  • Haftung einer*s Pflegschaftsrichter*in nach dem Amtshaftungsgesetz
  • Beleuchtung der diesbezüglichen Möglichkeiten anhand eines konkreten Fallbeispiels.


Vortragende:

Dr.inJudith Kolb, Anwältin in Graz.Sie ist seit 2013 Rechtsanwältin und seit 2015 Partnerin in der Kanzlei Stipanitz – Schreiner & Partner in Graz. Ihr beruflicher Schwerpunkt liegt im Familienrecht. Im Rahmen ihrer Vertretungstätigkeit in Pflegschaftsverfahren (Obsorge/Kontaktrecht) sowie auch in Unterhaltsverfahren stellt sich immer wieder die Frage, inwieweit gegen Entscheidungen von Richter*innen und Empfehlungen von Sachverständigen Ansprüche definiert werden können. Die Frage der Amtshaftungsansprüche und Schadensersatzansprüche wird kaum Bedeutung beigemessen.


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