Frühpension für Alleinerziehende

Was? Hat euch der Titel dieses Textes schockiert? Findet ihr das lächerlich, unfair oder vielleicht sogar absurd?

Dann schauen wir uns mal genauer an, was wirklich lächerlich, unfair und absurd ist.

Zuallererst – Aussagen wie:

  • „selber schuld“
  • „hättest halt einen besseren Partner aussuchen müssen“
  • „mimimi, zieh nicht wieder die Alleinerzieher-Karte“
  • „hör auf zu jammern“
  • „andere schaffen’s auch“ usw. …

Bitte, ich bitte euch höflichst: Solche Sprüche könnt ihr getrost im Märchenbuch lassen?

Denn wisst ihr was, und jetzt werd ich euch noch mehr schockieren: Ist nicht sogar dafür das patriarchale System irgendwie verantwortlich?

Ich meine, wenn man bedenkt, wie kleine Mädchen von klein auf mit Märchen „geschult“ werden: arme kleine Prinzesschen, die nur darauf warten, vom Prinzen gerettet zu werden, weil sie alleine nichts wert sind. Entweder bist du die böse Stiefmutter oder die hässlichen Stiefschwestern, und das will kein kleines Mädchen sein. Jede will diese Prinzessin sein, die vom Pferd … äh, sorry, vom Prinzen gerettet wird.

Und dann wundert man sich, warum Mädchen schon im Teenageralter davon träumen, Frau und Mutter zu werden. Ich bin mir sicher: Wenn Märchen realitätsnah geschrieben wären, würde jedes Mädchen das Pferd stehlen und die Biege machen.

Aber ja, okay…ich schweife ab. Trotzdem: „Schuldzuweisungen bitte direkt ans Patriarchat schicken!“

Ach ja, und für alle, die sagen, wir Alleinerziehenden jammern ständig: Stimmt. Sorry. Das liegt wohl daran, dass wir 24/7 in einer Reality-Soap im Überlebensmodus spielen. Nur halt ohne Kamerateam, ohne Werbedeals und ohne Millionen danach.

Kommen wir also zu dem Punkt, wo die Prinzessin endlich ihren Traumprinzen gefunden hat, also den, von dem sie denkt, es wäre ihr Traumprinz. Geprägt durch ihre Eltern, Erfahrungen, Filme und Märchen. Dann spielen sie eine Zeit lang „verliebt, verlobt, verheiratet“ und boomplötzlich geschieden.

Auf einmal steht diese Prinzessin im eigentlich noch jungen Alter mit einem, zwei oder sogar drei Kindern alleine da. Sie denkt sich: „Okay, das schaff ich, alle anderen schaffen es ja auch. Wir leben hier in Österreich, hier gibt’s Gesetze und Regeln, ich bin nicht alleine.“

Die zweite Lüge, die ihr aufgetischt wurde und die sie sehr schmerzhaft erkennen wird.

Plötzlich heißt es nicht mehr „leben“, sondern nur noch „überleben“. Ihr denkt, ich übertreibe?

Ich war eine dieser Prinzessinnen. Ich entschied mich jung zu heiraten, weil ich eine Familie wollte. Weil ich eine Frau und Mutter sein wollte. Weil ich dachte:

„Das ist mein Sinn im Leben und so muss es sein.“

All die Jahre während der Ehe dachte ich: „Kaltrina, sei still. So ist es nun mal, Frau und Mutter zu sein, so gehört sich das.“

Bis ich eines Tages die Entscheidung traf, dass es eben nicht so sein sollte. Dass ich lieber alleine bin, als dass meine Kinder so aufwachsen müssen. Dass ich lieber alleine bin, als dass meine Kinder lernen, dass Aggressionen und Gewalt „normal“ sind. Dass ich lieber alleine bin, als dass meine Kinder lernen, wie wenig Wert eine Frau hat.

Und dafür werde ich bis heute bestraft.

  • mit Schuldzuweisungen
  • mit Diskriminierungen
  • mit Mental Load
  • mit Care-Arbeit
  • mit 24/7 Schichten
  • Ohne Gehalt. Ohne Urlaub. Ohne Krankheit.

Der Vater hingegen darf sich zurücklehnen und jedes zweite Wochenende den Superdaddy spielen. Dort dürfen die Kinder alles: lange wach bleiben, Fast Food essen, Unmengen an Süßigkeiten, stundenlang am Handy. Dass ich dann bis zu 3–4 Tage brauche, um meine Kinder „auf Werkseinstellungen“ zurückzusetzen? Das ist egal. Da heißt es dann von der Familienberatungsstelle: „Sie müssen die Bindung zum Vater fördern und Ihren Kindern klar machen, dass es zwei Wohnungen gibt. Zwei Welten. Verschiedene Regeln …“

Ja easy, ich erklär das mal dem Kleinkind. Und was das Kind versteht ist:

„Mama ist böse. Papa ist cool und lustig.“ Mama spielt dann gerne die Böse. Denn wir können ja unserem Kleinkind nicht sagen, dass der Vater vielleicht doch nicht der Traumprinz war, dass er toxisch ist, dass er manipulativ ist, dass er die Kinder als Druckmittel benutzt. Das alles behalten wir für uns. Warum?

Weil wir die Bindung zum Vater fördern müssen, damit wir vor Gericht nicht als „bindungsintolerant“ gelten.

Es ist auch überhaupt kein Problem, wenn der Vater jedes Mal, wenn sein Wochenende ansteht, plötzlich arbeiten muss. Wenn er zu spät oder gar nicht kommt. Oder die Kinder früher bringt oder später. Da kommt dann vom Gericht: „Tja, wenn er sich nicht an seine Verpflichtungen hält, dann entfällt halt sein Wochenende.“

Danke. Ehrlich. Damit ist mir so unfassbar geholfen, ich könnte heulen vor Glück. Oder lachen. Oder beides gleichzeitig, hysterisch, so wie eine Frau halt, wenn sie überfordert ist, nicht wahr?

Noch cooler wird’s, wenn die Kinder am besagten Papa-Wochenende irgendwas vorhaben. Geburtstagsfeier, Halloween, Sportturnier, Spiele. Da fängt der Superdaddy nämlich an, ein Spiel zu spielen: „Wenn ihr mich liebt, dann …“

Kennt ihr nicht? Ich erklär’s euch:

Mutter: „Tochter/Sohn hat heute ein Turnier. Du musst sie/ihn um … dort hinbringen.“

Vater: „Na sicher nicht. Es ist mein Wochenende. Da sollen sie die Zeit mit mir verbringen. Außerdem fährt sich mein Auto nicht mit Wasser. Ich zahl eh schon so viel Alimente wegen dir. An meinem Wochenende sind die Kinder nur bei mir. Fertig.“

Mutter: „Ja, aber das Spiel ist wichtig für sie.“

Vater zum Kind: „Was ist dir wichtiger, ein blödes Spiel oder ich, dein eigener Vater? Ich seh euch kaum und dann soll ich das Wochenende euer Taxi sein?

Entscheidet euch: liebt ihr mich mehr oder eure Hobbys?“

Mutter: „Weißt du was, lass uns einfach Wochenende tauschen.“ Das sind die Spielregeln. Tolles Spiel, findet ihr nicht?

Es gibt da auch noch andere Spiele, die nennen sich „Intrigen“. Da erzählt der Papa den Kindern gern Dinge wie:

  • Eure Mama hat Gehirnwäsche mit euch gemacht.
  • Eure Mama will nicht, dass wir Kontakt haben, weil sie eifersüchtig auf meine neue Frau ist.
  • Eure Mama nimmt mir jeden Monat so viel Alimente, ich hab kein Geld, um dir dies oder das zu kaufen.
  • Eure Mama ist schuld.

Vor Gericht gehen diese Spiele weiter. Denn meist ist die Mama, die 24/7 mit den Kindern ist, zu wenig schläft, zu wenig isst, zu wenig duscht, zu wenig Zeit für sich hat, so erschöpft und verunsichert, dass sie vor Gericht so dargestellt wird:

„Sie sind viel zu emotional. Sie sind überfordert. Kommen Sie überhaupt klar mit Ihren Kindern? Wir sollten eine Meldung beim KJH machen. Jetzt fangen Sie nicht an zu heulen…so dramatisch, so hysterisch. Immer diese Mütter.“

Der Vater ist doch so bemüht: Er zahlt regelmäßig seine Alimente, holt die Kinder ab und bringt sie zurück. Was will sie denn mehr? Er muss ja arbeiten gehen und seinen Lebensunterhalt verdienen.

Ach und ich nicht? Ich muss nicht arbeiten? Alimente und Familienbeihilfe reichen locker, um ein wunderbares Leben zu führen. Sag das mal meinem Kühlschrank. Oder den Kästen, die auseinanderfallen. Oder meinem Auto, das dringend zur Werkstatt müsste. Oder noch besser: Sag’s dem AMS und der Pensionsversicherung.

AMS, der nächste Gegner: „Ja, Sie müssen halt flexibler sein. Es gibt keine Jobs von 8–12 (und auch nicht von 7–16, denn das sind großteils Lagerjobs, und die sind für Männer bestimmt – nicht für Frauen).“

Druck und Drohungen gehören zum Tagesablauf. „Oh shit, ich muss mich bewerben, sonst streichen sie mir das Geld für die nächsten 8 Wochen.“ Existenzängste kicken wie ein Rausch.

Wird das Kind krank? Keeeein Problem. Wir haben ja pro Kind 1 Woche Pflegeurlaub im Jahr. Reicht doch. Es ist ja nicht so, dass ein Kind Windpocken bekommt, ein paar Tage später das andere und dann noch Scharlach dazukommt. Plötzlich sind beide bis zu 3 Monate krank. Aber neeee, sowas passiert nur im schlechten Film. Im echten Leben sind Kinder nur einmal im Jahr krank für ein paar Tage…höchstens.

Und natürlich gibt es keine Kinder, die generell krank sind, z. B. mit Beeinträchtigungen oder chronischen Krankheiten wie Bronchitis. Die liegen auch sicher nicht monatelang im Krankenhaus. Unfälle? Kinder, die sich verletzen oder was brechen? Hab ich noch nie gehört. Das müssen Fabelwesen sein.

Und dann soll mal eine alleinerziehende Mutter einen Job bekommen. Oder besser gesagt: halten können.

Eine alleinerziehende Mutter hört natürlich nie den Satz: „Deshalb stellen wir ungern Mütter ein.“

Sie hört auch nie: „Tut mir leid, Sie sind nicht qualifiziert für diesen Job.“

Was das alles mit der Lebensqualität oder mit dem Selbstwert macht? Ach, nix.

Es ist ja nicht so, dass eine alleinerziehende Mutter eigentlich qualifiziert wäre für, haltet euch fest: Taxi, Krankenschwester, Therapeutin, Pflegerin, Organisatorin, Projektmanagerin, Streitschlichterin, Kommunikationsexpertin und wenn’s sein muss auch noch Rohrreinigerin, Tierärztin und verdammte Superheldin in einem.

Das Problem ist nur: Wir können’s nicht nachweisen. Im Lebenslauf steht halt nicht: Endgegner Level-300 im Mental Load durchgespielt. Da steht einfach nur: Karenz. Und das reicht in diesem Land der Titeljäger natürlich nicht aus.

Und dass sich eine Mutter, die sich 24/7 kaputtarbeitet, irgendwann klein, unbedeutend und hilflos fühlt, das ist völlig normal, oder? Kein Problem, da hilft ja eine kleine Pille und Zack…Stimmung wieder auf Happy Sunshine, alles easy. Burnout? Depression? Pah, einmal Ibuprofen und schon lächelt Mutti wieder wie im perfekten Hipp-Babybrei-Werbespot.

Egal ob Fieber, Grippe oder sogar Autounfall, die Wunderpille soll bei allem helfen. Nur seltsam: Gegen Erschöpfung und Einsamkeit nicht.

Warum Erschöpfung? Echt jetzt, muss ich das auch noch erklären? Wisst ihr eigentlich, was es bedeutet, nonstop ohne Pause alles tragen zu müssen?

Alles. Wirklich alles. Von Haushalt. Kochen. Schule. Arbeit. Freunde. Emotionen. Belastungen. Hindernisse. Unfälle. Arzttermine. Elternabende. Klassenchats aus der Hölle. Geburtstagsgeschenke für Kinder, die dein eigenes Kind eigentlich gar nicht mag. Zahnarzt. Jugendamt. AMS. Sozialamt. Und obendrauf die tägliche Frage: Was kochen wir heute? Spoiler: Es endet immer bei Nudeln.

Und das hört nicht auf. Nie. Nicht mal, wenn du am Klo sitzt. Da kommen sie nämlich mit: Mamaaa, ich hab Hunger! Mamaaa, ich find meine Hose nicht! Mamaaa, Papa hat gesagt, du bist schuld! Ja danke, das Klo ist der einzige Raum mit Tür und nicht mal da gibt’s Frieden.

Und jetzt noch ein weiteres Märchen: Es wird NICHT leichter, wenn die Kinder größer werden. Nee, da geht der Wahnsinn erst richtig los.

Solange sie klein sind, bist du ein verdammter Roboter. 24/7 im Dauerbetrieb, Akkulaufzeit null, aber wehe du fällst aus, dann verreckt der ganze Laden. Du funktionierst nur noch, damit diese kleinen Wesen überhaupt am Leben bleiben. Essen, Windeln, Schlaf…repeat.

Und dann? Pubertät. Teenagerjahre. Herzlichen Glückwunsch: Endgegner- Level freigeschaltet. Da geht’s erst los: Freunde, meistens die Sorte, die schon beim Hallo sagen nach Ärger riechen. Erste Herzschmerzen und du sitzt daneben, musst trösten und denkst dir: Ey, mein eigenes Herz ist doch schon Matsch, woher soll ich noch ein Ersatzherz nehmen?! Erste Depressionen, Drama in Dauerschleife und obendrauf die ganz große Fehde mit dem Bildungssystem. Lehrer, die sagen: ‚Ihr Kind ist faul.‘ Ach echt? Danke für die Diagnose, Dr. Hauptsache-Funktionieren, vielleicht liegt’s daran, dass mein Kind seit Jahren im Chaos zwischen zwei Welten lebt?

Und es hört nicht auf. Es kommt einfach immer noch mehr. Und noch mehr. Und noch mehr. Bis du irgendwann das Gefühl hast, dein Leben ist ein nie endender Bosskampf, ohne Pausebutton.

Hast du einen Sohn? Dann sitzt du jeden Tag mit der Angst, dass er irgendwann auf die glorreiche Idee kommt: ‚Ich rette Mama!‘ und zack, landet er im Kleinkriminellen-Kurs, weil Armut ihn in die Ecke drückt. Nicht Superheld, sondern Supermarkt-Dieb.

Hast du eine Tochter? Dann läufst du mit Dauer-Angst im Nacken, dass sie irgendwo, irgendwann belästigt, bedrängt oder noch Schlimmeres erfährt. Jeder Heimweg, jeder Club, jede verdammte Bushaltestelle…ein Spießrutenlauf. Und du? Dauerhaft im Kopf: Bitte, bitte lass sie heil nach Hause kommen.

Und wenn dann endlich die Schule vorbei ist, denkst du: ‚Yes, jetzt suchen sie sich ’ne Lehrstelle.‘ Schön wär’s! Realität: Die Kids haben null Plan von Bewerbungen, null Ahnung vom System, also ratet mal, wer wieder ran darf? Genau: Die Mama. Die Zukunft deiner Kinder hängt plötzlich komplett an dir.

Und klar, ich weiß, jetzt kommt wieder dieses ‚Es gibt doch Jugendservice und Berufsberatung‘-Blabla. Ja, ja. Alles schön in eurer Märchenwelt, in der jede Behörde funktioniert und jedes Kind brav einen Praktikumsplatz findet.

In der echten Welt läuft’s so: Egal, was passiert, die Schuld klebt an der Mutter. Die Erziehung ist angeblich fehlgeschlagen. Nicht die Umwelt. Nicht das kaputte System. Nicht der Vater, der nicht mal das Geburtsjahr seiner Kinder auswendig kennt. Nein. Immer die Mutter. Immer.

Danke für gar nichts.

Als ob eine Mutter nicht schon genug mit ihren eigenen Gedanken kämpft. Als ob es da draußen irgendwo eine verdammte Gebrauchsanleitung gäbe: ‚So wirst du die perfekte Mutter.‘

Ah doch, sorry – die gibt’s ja. Auf Insta. Auf TikTok. Auf Facebook. Da zeigen dir wildfremde Leute in dreißig Sekunden Reels, wie du bitteschön zu sein hast: immer geduldig, immer kreativ, immer bio-kochend, am besten noch mit Yoga- Leggings und Dauerlächeln.

Wir wurden erzogen von einer Generation, die autoritär war, Gewalt getarnt als ‚Respekt‘. Danke auch dafür. Und jetzt sollen wir’s bitte schön besser machen. Ohne echte Vorlage. Ohne Plan. Nur mit einem Bauchgefühl, das uns dieselbe Gesellschaft jahrelang ausgeredet hat.

Also strampeln wir uns ab, versuchen Verständnis zu haben, Geduld zu haben, während um uns herum alles bröckelt. Die Wohnung, das Konto, die Beziehungen und gleichzeitig unsere eigenen Körper und Seelen die in Schutt und Asche liegen.

Und wisst ihr, was wirklich niemand sagt? Keine alleinerziehende Mutter denkt ernsthaft: ‚Och, wenn ich mein Auto ganz leicht irgendwo gegenfahre, so ein kleiner Crash, nix Wildes, dann hätte ich wenigstens zwei Wochen Urlaub im Krankenhaus.‘

Nein, nein. Sowas denkt natürlich keine Mutter. Nie im Leben.

Du musst auf dich achten. Du musst zum Arzt. Mach einen Check-up. Such dir ein Hobby. Wenn es dir nicht gut geht, kann es deinen Kindern auch nicht gut gehen.“

Ja, das weiß ich. Wenn es mir schlecht geht, geht es meinen Kindern schlecht. Nur: Wie soll es mir bitte gut gehen? Sicher nicht, indem ich mir noch mehr zumute.

Klar, ich sollte mal wieder zum Arzt, besonders zum Frauenarzt. Aber jeder Termin, so gut er mir auch täte, ist einfach noch ein Termin in einem Leben, das längst übervoll ist.

Und dann kommt der Klassiker: „Jeder hat dieselben 24 Stunden.“

Ah Ja. Super. Dann lasst uns doch unsere 24 Stunden für ein paar Tage tauschen…ich hab nichts dagegen. Probiert mal bitte mein Programm: Job, Kinder, Schule, Amt, Haushalt, Chaos, Schlafmangel. Nur mal zum Testen.

Also ja: Frühpension für Alleinerziehende?

Natürlich ist das total unrealistisch. Unlogisch. Unvorstellbar.

Wir haben ja noch nicht mal genug gearbeitet, um mit 80 eine Pension zu bekommen, die für mehr reicht als für Katzenfutter und Strom.

Aber genau das ist der Punkt: Unser Alltag ist so absurd, so unmenschlich, so unrealistisch, dass Frühpension fast schon wie die logischste Idee der Welt klingt.

Keine Sorge, ich fordere sie nicht wirklich. Ich will nur, dass ihr versteht:

Was für euch nach Satire klingt, ist für uns tägliche Realität.

Über die Autorin:

Kaltrina Berani kommt ursprünglich aus dem Kosovo, ist siebenunddreißig Jahre alt und alleinerziehende Mutter von zwei Teenagern. Sie schreibt seit mehreren Jahren. Bis jetzt hat sie sich nicht getraut mit ihren Texten an die Öffentlichkeit zu gehen, eine Tatsache, die sie jetzt ändern möchte. Ihr Ziel ist es, durch die Veröffentlichung ihrer Texte die Aufmerksamkeit auf Themen wie Alleinerziehen, Gewalt gegen Frauen, Narzissmus und die berufliche und finanzielle Situation von Alleinerzieherinnen zu lenken.

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