Ilka Schnaars verfasst ihre Analyse der aktuellen deutschen Sorgerechtsregelungen aus einem engagierten, matrizentrischen Blickwinkel. Ihr Plädoyer gegen die Gleichwertigkeit der Elternschaft von Mutter und Vater kommt aus der guten alten feministischen Tradition, die
- die Parteilichkeit für Frauen als solche deklariert,
- die Gewalt an Frauen in den Mittelpunkt der Analyse stellt und
- die Verhältnisse verändern, nicht nur sie aufzeigen will.
Die Autorin legt einführend dar, dass Mutterschaft und Vaterschaft nicht gleich sind. Rechtlich bedarf die Vaterschaft nämlich der üblichen Tricks des Patriarchats. Seit dem römischen Recht wird nämlich darauf verzichtet von einer biologischen Vaterschaft auszugehen, stattdessen gilt es als sein Kind, wenn es in der Ehe geboren wurde oder er selbst die Vaterschaft anerkennt bzw. wenn sie gerichtlich festgestellt wird. Von daher gilt: Vaterschaft wird über die Mutter abgeleitet und ist also rechtlich keineswegs mit der Mutterschaft gleichgestellt. […]

Mag.a Dr.in Mariam Irene Tazi-Preve
Geboren in Innsbruck, lebt in Wien und Florida. Studium der Politikwissenschaft und Romanistik, Lektorin an der University of Central Florida, Autorin und Herausgeberin zahlreicher Veröffentlichungen – „Das Versagen der Kleinfamilie“ „Väter im Abseits“, „Mutterschaft im Patriarchat“ u.a. Mitbegründerin von “Bumerang. Zeitschrift für Patriarchatskritik”, Referentin in Nordamerika und Europa, Teil der Netzwerke “Network of Societies of Peace”, “Motherhood Initiative for Research and Community Involvement”, “Network on the Gift Economy”. Arbeitsschwerpunkte sind politische und feministische Theorie, Politik und Reproduktion, der europäische Wohlfahrtsstaat und Zivilisationstheorie.
Website: https://www.mariamtazi-preve.com

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