Gewalt und ihre
verschiedenen Gesichter
Hast Du schon Gewalt in der Beziehung mit dem Vater Deines Kindes erfahren? Du bist Dir nicht sicher, ob das Gewalt war? Oder hast Du sogar schon Gewalt von Institutionen erlebt? Mutterschaft ist leider sehr häufig mit Gewalt verbunden, sei es physische Gewalt, zum Beispiel schon im Kreißsaal oder auch durch den Kindesvater. Sei es verbaler, psychische oder sogar sexueller Gewalt durch den Kindesvater, Institutionen, Pädagog*innen, Gesundheitsberufe oder sogar die eigenen Eltern. Hinzu kommt oftmals finanzielle Gewalt, denn während der Karenz und aufgrund der langen Betreuungspflichten, die meist auf die Mutter abgewälzt werden, müssen Mütter ihre Berufstätigkeit einschränken. Die Gehaltseinbußen haben meist langfristige Wirkung, die sich auch in der Pension auswirkt. Alleinerzieher*innen sind davon besonders betroffen, aber auch Mütter in Paarbeziehungen leiden unter finanzieller Gewalt durch ihren Partner, wenn dieser sein Gehalt nicht teilen möchte. So entsteht innerfamiliäre Armut. Gerade, wenn eine Mutter sich aufgrund einer anderen Gewaltform durch ihren Partner trennen möchte, erschwert es die finanzielle Gewalt, dass sie sich aus der Beziehung lösen kann. Alleinerzieher*innen müssen sich außerdem nicht nur besonders mit Hass im Netz herumschlagen, denn sie werden teils extrem in Social Media angefeindet, sondern müssen oft Stalking und Cyberkriminalität herumschlagen.
Eine weitere Form der Gewalt, der Mütter ausgesetzt sind, ist die strukturelle Gewalt. In Österreich werden Frauen aufgrund ihrer Mutterschaft strukturell benachteiligt. Zum Beispiel durch fehlende Väterbeteiligung, die mit fehlenden Plätzen in Kinderbildungseinrichtungen einhergehen. Dadurch werden Mütter gezwungen, ihre Berufstätigkeit aufzugeben oder einzuschränken. Auch der sogenannte Gender Pension Gap ist strukturelle Gewalt: Kindererziehungszeiten werden nur bis zum 4. Lebensjahr angerechnet und das auch nur mit weniger als der Hälfte der mittleren Einkommen der ganzjährig Vollzeit beschäftigten Männer. Frauenarbeit ist also nur die Hälfte wert. In den letzten Jahren konnte man beobachten, dass Mütter dafür von der Politik direkt oder indirekt beschämt werden. Zum Beispiel, wenn davon gesprochen wird, dass Frauen weniger Pension bekämen, weil sie weniger gearbeitet hätten, obwohl sie laut Statistik sogar mehr arbeiten, wenn man die Care Arbeit miteinberechnet. Dann spricht man von symbolischer Gewalt.
Eine besonders perfide Form der Gewalt gegen Mütter ist die institutionelle Gewalt. Sie tritt dann auf, wenn Vertreter*innen von Institutionen oder öffentlichen Einrichtungen eine der Gewaltarten ausüben. Mütter sind davon besonders häufig in Pflegschaftsverfahren betroffen. Wir haben deshalb 2022 die von den MIAs ins Leben gerufene „White Lily Rev“ nach Österreich geholt. Diese Kampagne macht auf die institutionelle Gewalt aufmerksam, mit denen Mütter sich in Familiengerichten konfrontiert sehen. Wenn Du mehr über institutionelle Gewalt erfahren möchtest, dann lade unsere Broschüre zur institutionellen Gewalt herunter, oder bestelle Dir ein gedrucktes Exemplar. Wir würden uns freuen, wenn Du Dich heuer der White Lily Rev anschließt!
Wir haben verschiedene Webinare dazu veranstaltet, um zu untersuchen, wie sich Gewalt in ihren verschiedenen Formen äußern kann und was physische, psychische, verbale, finanzielle, sexualisierte und institutionelle Gewalt bedeuten. Als Mitglied kannst Du diese Webinare auf unserer Community Webseite nachsehen. Wir haben dabei auch mit dem Verein „Frauen* beraten Frauen*“ zusammengearbeitet. Der Verein hat das Buch „Ist das schon Gewalt? Gewalt erkennen und verändern“ publiziert, das gratis heruntergeladen werden kann. Wir empfehlen Dir die Lektüre sehr!
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